Bis zu jede 4. Frau ist von PMS betroffen – weiß es jedoch nicht.
Prämenstruelles Syndrom
Das prämenstruelle Syndrom – PMS – umfasst wiederkehrende körperliche und psychische Beschwerden vor der Periode. Diese treten oft nach dem Eisprung auf (ca. zwei Wochen vor der Periode) und klingen mit Beginn der Menstruation wieder ab. Dabei können PMS-Symptome das Wohlbefinden und den Alltag betroffener Frauen sehr beeinträchtigen.
Worüber wir sprechen wollen

Sprechen meine Symptome für PMS?
Die Symptome bei PMS sind genauso vielseitig wie individuell. Bekannt sind mehr als 150 Einzelsymptome, die verschiedene körperliche und psychische Beschwerden beinhalten. Zu den häufigsten gehören
körperliche
- Kopfschmerzen
- Spannungsgefühl der Brust (Mastodynie)
- Blähungen/Völlegefühl/Magen-Darm-Beschwerden
- Gewichtszunahme/ Wassereinlagerungen/ Ödemneigung
- Zyklusunregelmäßigkeiten (verkürzter oder verlängerter Zyklus, Zwischen- und Schmierblutungen)
psychische
- Stimmungsschwankungen
- Reizbarkeit, Wut
- depressive Verstimmung, Angespanntheit, Weinerlichkeit
- Verhaltensänderungen/„Gelüste“
Gelegentliche Beschwerden treten bei jeder Frau auf. Doch rund 20–40 % der Frauen haben stärkere PMS-Symptome, die sie im Alltag spürbar belasten.1 Diese treten meistens bis zu zwei Wochen vor der Menstruation auf und klingen mit ihrem Beginn der Regelblutung wieder ab.
Bei 3–8 % sind die psychischen Beschwerden besonders stark.1 Dann spricht man von der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS). Sie kann das Wohlbefinden deutlich einschränken und erfordert ärztliche Unterstützung.
Nicht immer ist Betroffenen der Zusammenhang zwischen den Beschwerden und ihrem Zyklus bewusst. Die Führung eines Zyklustagebuchs kann hier sinnvoll sein. So lassen sich Beschwerden einordnen und es hilft dir auch bei deinem nächsten Besuch in der gynäkologischen Praxis. Die Diagnose von PMS erfolgt anhand der Symptome, nicht durch Labortest oder körperliche Untersuchungen.
Kurz um: Sprich deine Beschwerden vertrauensvoll beim nächsten Gyn-Termin an.
Was sind die Ursachen für PMS?
Die genauen Ursachen von PMS sind noch nicht komplett geklärt. Man geht von einer sogenannten multifaktoriellen Störung aus. Es gibt also mehr als eine Ursache, was auch die große Brandbreite der Beschwerden erklärt. Wahrscheinlich spielen die hormonellen Schwankungen im Monatszyklus eine große Rolle. Das bedeutet aber nicht immer, dass von PMS Betroffene Frauen abweichende Hormonwerte haben. Vielmehr wird vermutet, dass sie empfindlicher auf Abbauprodukte des Hormons Progesteron reagieren, das vor allem in der zweiten Hälfte des Zyklus (etwa zwei Wochen vor der Periode) ansteigt.
Zudem wird eine Wechselwirkung von Progesteron mit Botenstoffen im Gehirn vermutet. Besonders Serotonin scheint dabei wichtig zu sein, weil es Stimmung und Schmerzempfinden steuert.Auch ein erhöhter Prolaktinspiegel wird mit PMS in Verbindung gebracht.
Des Weiteren scheinen familiäre Veranlagung und äußere Faktoren wie Stress, Schlaf und Lebensstil eine Rolle dabei zu spielen, ob und wie stark PMS auftritt.
Wie kann ich PMS effektiv behandeln?
Leider gibt es nicht die eine „Wunderpille“, die all deine Beschwerden auf einmal verschwinden lässt, da PMS- Beschwerden viele verschiedene Ursachen haben können und sehr individuell sind. Bei der Therapie stehen zunächst die Symptome im Fokus, die das Befinden am meisten beeinträchtigen. Es gibt wirksame medikamentöse Therapien, die auch die Phytotherapie (pflanzenbasiert) miteinschließen. Auch werden Ernährung, Sport und Entspannungstechniken in den individuellen Behandlungsplan aufgenommen.
- Bei leichten PMS-Beschwerden helfen vielen Frauen einfache Maßnahmen: mehr Bewegung, besserer Schlaf, Stressabbau, weniger Alkohol und Kaffee oder salzarme Kost. Entspannungsverfahren oder Akupunktur werden auch ausprobiert.
- Bei stärkeren oder sehr belastenden Beschwerden kommen Medikamente infrage — zum Beispiel hormonelle Verhütungsmittel oder bestimmte Antidepressiva. Viele dieser Medikamente sind aber nicht speziell für PMS zugelassen und können Nebenwirkungen haben. Schmerzmittel lindern Regelschmerzen und Kopfschmerzen gut, ob sie das gesamte PMS verbessern, ist weniger gut untersucht.
Die gute Nachricht: PMS lässt sich auch pflanzlich behandeln – Mit Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus). Mehrere Studien zeigen, dass 20 mg Trockenextrakt der Mönchspfefferfrüchte effektiv körperliche und psychische PMS-Beschwerden lindern.2,3
Wichtig ist es dranzubleiben. Eine Besserung ist meist erst nach mehreren Zyklen spürbar. Die Führung eines Zyklustagebuchs kann dir auch helfen die Effekte einer Therapie einzuschätzen.
Quellen
*20 mg Vitex agnus-castus Ze440
1 gesundheitsinformation.de. Prämenstruelles Syndrom (PMS). gesundheitsinformation.de. Published April 6, 2022. Accessed August 4, 2025. https://www.gesundheitsinformation.de/praemenstruelles-syndrom-pms.html.
2 Schellenberg R. Treatment for the premenstrual syndrome with agnus castus fruit extract: prospective, randomised, placebo controlled study. BMJ, 2001;322(7279):134-137. doi:10.1136/bmj.322.7279.134.
3 Schellenberg R, Zimmermann C, Drewe J et al. Dose-dependent efficacy of the Vitex agnus castus extract Ze 440 in patients suffering from premenstrual syndrome. Phytomedicine Int J Phytother Phytopharm, 2012;19(14):1325-1331. doi:10.1016/j.phymed.2012.08.006.






