Was hilft? Hitzewallungen und Wechseljahre

Die Schwankungen der Sexualhormone in den Wechseljahren rufen bei ungefähr zwei Drittel aller Frauen Beschwerden hervor. Neben plötzlichen ​Schweißausbrüchen, ​Schlafstörungen und ​Stimmungsschwankungen machen vielen von uns besonders plötzlich auftretende Hitzewallungen zu schaffen.

Medical Advisor Brita Lohrenz

Medical Advisor

Brita Lohrenz

Diplom-Biochemikerin
DR. KADE
Medical Affairs

Hitzewallungen und Wechseljahre

Hitzewallungen in den Wechseljahren – So erkennt ihr sie

Jetzt geht das schon wieder los! Plötzlich ist euch heiß und euer Gesicht fängt an zu glühen. Und ihr sitzt mitten in einer Besprechung. Es könnte natürlich passendere Momente im Leben geben, aber dafür braucht ihr euch nicht zu schämen! Euer Körper macht gerade eine Veränderung durch. Hitzewallungen, oft auch als Hitzewellen und Hitzeschübe benannt, kündigen sich nicht an und treten unabhängig von der Umgebungstemperatur auf – manchmal zu den unpassendsten Momenten.

So können sich Hitzewallungen in den Wechseljahren bemerkbar machen:

  • Die plötzliche Hitze beginnt häufig im Gesicht oder am Kopf. Von dort breitet sie sich wellenförmig über den Brustbereich und Oberkörper, teilweise sogar über den ganzen Körper hinweg aus
  • Als Folge der Hitze reagiert der Körper mit Hautrötungen und die Haut fühlt sich stark durchblutet an
  • Um die Körpertemperatur zu regulieren, produziert der Körper Schweiß. Es entsteht Verdunstungskälte. Deshalb sind Hitzewallungen zumeist mit Schweißausbrüchen und anschließendem Frösteln verbunden.
  • Meistens treten Hitzewallungen in den Wechseljahren nachts auf. Die nächtlichen Hitzewellen halten einen dann vom Schlafen ab, der Körper schwitzt stark.
  • Die Hitzewallungen werden oft durch Schwindel sowie teils ​Herzrasen bzw. heftiges Herzklopfen begleitet. Letzteres ist zwar unangenehm, hat jedoch nichts mit Herzproblemen zu tun und ist kein Grund zur Beunruhigung
  • Nach etwa drei bis sechs Minuten verschwindet die Hitzewallung wieder

Betroffen von Hitzewallungen sind vor allem Frauen, bei denen die letzte Regelblutung bereits 1 Jahr zurückliegt (Frauen zwischen 50-52 Jahren). Sie können aber auch zu Beginn der Wechseljahre und im späteren Verlauf auftreten. Auch kurz vor oder während der Periode sind sie häufig zu beobachten.

Hormonchaos in den Wechseljahren – deswegen kommt es zu Hitzewallungen

Was im Detail zu den Hitzewallungen führt, ist bislang ungeklärt. Allerdings soll eine Fehlregulierung der Körpertemperatur an der Entstehung beteiligt sein. Ort des Geschehens ist das vegetative Nervensystem im Gehirn. Es kontrolliert lebenswichtige Körperfunktionen, wie die Atmung, den Stoffwechsel und eben auch die Körpertemperatur. Diesen Teil unseres Nervensystems können wir nicht bewusst steuern.

Hormonchaos in den Wechseljahren – deswegen kommt es zu Hitzewallungen

An dieser Stelle kommen die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron ins Spiel. Denn sie sind wichtige Botenstoffe im Gehirn. Schwankt nun aber die Hormonkonzentration im Gehirn, kann dies zu Chaos führen. Offenbar wertet das Gehirn die Hormonschwankungen während der Wechseljahre fälschlicherweise als Signal für Überhitzung. Dies führt zu Blutdruckerhöhung, Hautrötungen und einem plötzlichen Anstieg der Temperatur. Und schon rollt die Welle über euch hinweg…

Stresshormone tragen vermutlich ebenfalls zur Entstehung von Hitzewallungen bei. Doch auch äußere Einflüsse können die Entstehung von Hitzewallungen fördern. Dazu zählt insbesondere eine zu warme unmittelbare Umgebungstemperatur. Diese entsteht schnell bei nicht atmungsaktiver Kleidung.

Weitere Faktoren, die Hitzewallungen auslösen, sind

  • die Einnahme bestimmter Medikamente
  • der Konsum von starkem Kaffee, Tee oder Alkohol
  • der Konsum scharfer Gewürze

Hitzewallungen lindern – gibt es ein Mittel gegen Hitzewallungen?

Hitzewallungen können ganz schön nerven – vor allem dann, wenn ungewiss ist, wann sich der nächste Hitzeschub anbahnt. Aber: Ständige Hitzewallungen können eingedämmt werden.

Hitzewallungen lindern – gibt es ein Mittel gegen Hitzewallungen

Denn gegen Hitzewallungen gibt es verschiedene Behandlungsoptionen, z. B. die hormonelle Menopausentherapie, pflanzliche Arzneimittel mit Extrakten aus der Traubensilberkerzenwurzel oder nicht-hormonelle Medikamente. Welche Option die richtige ist, hängt von der individuellen Situation ab – etwa von der Art und Ausprägung der Beschwerden oder bestehenden Risikofaktoren – und sollte am besten gemeinsam mit einem Arzt oder einer Ärztin besprochen werden.

Je nach Intensität der Beschwerden könnt ihr ansonsten auch schon mit kleinen Veränderungen große Wirkungen erzielen. Wenn ihr unter Hitzewallungen leidet, solltet ihr hitzewallungs- und schweißausbruchsfördernde Faktoren vermeiden.

Dazu zählen beispielsweise Hektik und Stress ebenso wie Übergewicht. Auch kann es sinnvoll sein, den Konsum von Kaffee, Schwarztee und Alkohol in den Wechseljahren zu reduzieren, da diese Lebensmittel eine gefäßerweiternde Wirkung besitzen.

Tipps für den Alltag – damit ihr endlich hitzefrei habt

Mit einigen Tipps und Tricks sind Hitzewallungen nicht mehr ganz so nervig. Hier erfahrt ihr mehr.

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind in jeder Lebensphase wichtig – auch während der Wechseljahre. Ausreichend Zeit beim Essen und regelmäßige bewusste Mahlzeiten minimieren Blutzuckerschwankungen und Stress. Auch der erhöhte Verzehr von Sojaprodukten kann Wechseljahresbeschwerden mildern, da diese hormonähnliche Substanzen enthalten.

Regelmäßige Bewegung ist gut für Gesundheit und Wohlbefinden. Auch Wechseljahresbeschwerden lassen sich damit lindern. Durch den Sport wird:

  • die körpereigene Temperaturregulation gestärkt und infolgedessen Hitzewallungen reduziert
  • Übergewicht reduziert
  • der Abbau von Stresshormonen gefördert

Auch in den Wechseljahren solltet ihr eurem Körper und seinem Wohlbefinden besonders viel Beachtung schenken. Kommt zur Ruhe! Das tut euch gut und wirkt gleichzeitig Hitzewallungen entgegen.

  • Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation wirken dem Alltagsstress entgegen. Auch Hormon-Yoga in den Wechseljahren wirkt sich positiv auf Beschwerden aus.
  • regelmäßige me-Time stärkt das Bewusstsein für den eigenen Körper

Hat euch aller Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz doch wieder mal eine Hitzewelle erfasst? Dann solltet ihr auf folgende Dinge bei der Wahl eurer Kleidung achten:

  • atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle oder Leinen tragen, keine Synthetikfasern, da diese das Schwitzen fördern
  • mehrere Lagen anziehen (Zwiebeltechnik)
  • Wechselkleidung einpacken für den Notfall
  • Fächer und Körperpflegesets sorgen für schnelle Frische

Schweiß auf Stirn und Oberlippe, feuchter Haaransatz: Hitzewallungen beginnen im Kopfbereich und führen dort häufig zu einem – für jeden sichtbaren – Schweißausbruch. Das könnt ihr dagegen tun:

  • fettfreie Gesichtscreme verwenden
  • kein Make-Up verwenden, da es die Poren verstopft. Stattdessen zu leicht getönten Tagescremes greifen
  • spezielle Gesichtsantitranspirante unterdrücken die Schweißproduktion

Insbesondere nachts auftretende Hitzewellen können zu starken Beeinträchtigungen führen. Sie stören euren Schlaf und erhöhen bei zusätzlichem Frieren auch noch euer Erkältungsrisiko. Hilfreich ist dann ein gutes Schlafklima mit gelüfteten Räumlichkeiten und einer Raumtemperatur von 16 bis 18 °C. Weiterhin empfiehlt sich:

  • atmungsaktive Bettwäsche
  • verschwitzte Kleidung am besten direkt wechseln, damit ihr euch nicht verkühlt

Übrigens: Neben Hitzewallungen kann der sinkende Östrogenspiegel auch im Intimbereich spürbare Veränderungen auslösen und zu vulvovaginaler Trockenheit mit Wundgefühl, Brennen oder Juckreiz führen. Zur Linderung können hormonfreie Befeuchtungspräparate mit Hyaluronsäure eingesetzt werden – von KadeHydro je nach Bedarf als Gel, Creme oder Ovula erhältlich.

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